• Markus David

Marktbeauftragter für Mering

Im Interview mit der Friedberger Allgemeinen hat der Marktbeauftragte, Karl Grabler, der seinen Dienst zum Ende des Monats Juli gekündigt hat, in Richtung Bürgermeister, Marktgemeinderäte und Fraktionssprecher eine Reihe von Vorwürfen gemacht, die ich so nicht stehen lassen will und kann.


Eingangs betone ich aber, dass ich mit der Analysearbeit über den Zustand des Meringer Gewerbes -speziell im Innerort- und den daraus abzuleitenden Maßnahmen mehr als zufrieden bin. Dies habe ich öffentlich mehrfach bekundet; selten habe ich eine so umfangreiche und detaillierte Zusammenfassung einer Projektarbeit gelesen. Und damit beschäftige ich mich beruflich.


Sowohl die Vorgehensweise mit der Befragung der Geschäftsleute, der Projektarbeit in einem großen Team mit Gewerbetreibenden und Verwaltung als auch die Präsentation der Ergebnisse wurden in der Fraktion der SPD und Parteifreie intensiv diskutiert. Der Vorwurf, die Gemeinderäte hätten sich hiermit nicht beschäftigt, trifft zumindest für meine Fraktion und mich nicht zu. Noch bevor das Ergebnis in öffentlicher Sitzung vom (ehem.) Marktbeauftragten präsentiert wurde, waren Auszüge der notwendigen Maßnahmen zur Stärkung des Innerorts Gegenstand in den Haushaltsvorberatungen. Obwohl noch nicht alle Ergebnisse bekannt waren, hat der Ausschuss beschlossen, einen mittleren fünfstelligen Betrag für Sofortmaßnahmen einzustellen.


Nachdem alle Fraktion im einzelnen und in öffentlicher Sitzung nochmal gemeinsam die Ergebnisse auf knapp 150 Powerpoint-Folien präsentiert bekommen haben, wurde einstimmig (!) beschlossen, dass die Maßnahmen sukzessive umgesetzt werden sollen. Diese sollen in einer Fraktionssprecherrunde zusammen mit dem Ersten Bürgermeister und dem Marktbeauftragten vorbesprochen werden.


Bis hierhin dürfte es eigentlich keine Missverständnisse oder Unstimmigkeiten geben, oder? Was ist also passiert? In der ersten Fraktionssprecherrunde, die eigentlich zum Inhalt der Maßnahmen diskutieren sollte, ging es dann dem Marktbeauftragten um seine Anstellung. Richtigerweise hat er darauf hingewiesen, dass sein Job mit den geringen finanziellen Mitteln nicht zu bewerkstelligen sei. Aber auch auf Nachfrage konnte oder wollte Herr Grabler keine Angaben dazu machen, welche Art der Anstellung oder welche Bezahlung er sich vorstellt. Seitens Bürgermeister wurde durchaus eine Offerte unterbreitet, wie die künftige Beschäftigung aussehen könnte. Dies führe ich hier nicht aus, da die Sitzung nichtöffentlich war. Aber auch dieses Angebot blieb, zumindest in der Runde, seitens Herrn Grabler unkommentiert.


Soweit es meine Person betrifft, habe ich weder verlangt, die Umsetzung der Maßnahmen auf einen Zeitpunkt nach der Kommunalwahl zu verschieben und auch, dass ich erst jeden Punkt einzeln mit meiner Fraktion besprechen müsse, entspricht nicht der Wahrheit.


Über die Motivation, sein Engagement aufzugeben, kann ich nur spekulieren. Eine konkrete Forderung wäre eine gute Ausgangsbasis gewesen, die künftige Ausgestaltung der Tätigkeit zu besprechen und darüber abzustimmen. Zumindest mir liegt derartiges nicht vor und somit liegen die Beweggründe der Kündigung möglicherweise wo anders. Als Marktgemeinderat habe ich klar gemacht, dass ich das Heft des Handelns nicht abgeben möchte und ich sehr wohl auch in die Entscheidung welche Maßnahmen wann umzusetzen sind, mit eingebunden werden möchte. Dafür haben mich die Meringer Bürgerinnen und Bürger gewählt und diese dürfen zu Recht erwarten, dass sich die politischen Vertreter nicht wegducken, wenn es anstrengend wird.


Wie geht es weiter? Beschluss ist Beschluss. Die Abarbeitung der Maßnahmebündel muss vorgenommen werden und auch die Suche nach einem Marktbeauftragten muss angegangen werden. Einen Geburtsfehler müssen wir dann aber korrigieren: Es braucht eine klare Job-Description was der/die Beauftragte zu tun und welche Befugnisse er/sie hat. Nur mit dieser Basis gibt es Chancen ein funktionierendes Bindeglied zwischen Gewerbetreibende, Verwaltung und Marktgemeinderat herzustellen. Ich bin bereit, dafür anzupacken.

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