• Markus David

Raum für Kunst und Kultur

Ein Artikel in der Friedberger Allgemeinen hat den Finger in die Wunde gelegt: In Mering mangelt es an Räumlichkeiten für kulturelle Angebote. Für große Veranstaltungen, z. B. namhafte Kabarettisten, aber auch für (Klein-)Künstler, Skulpteure und Ausstellungen sei zu wenig Raum geboten. Dabei ist das Interesse an Kunst in Mering ungebrochen. Das Herbstkonzert der Kolpingkapelle ist regelmäßig so gut besucht, dass das Publikum teilweise stehen oder auf dem Boden sitzen muss. Zudem hat Kolping noch mit logistischen Problemen zu kämpfen; so muss die Bühne von mehreren Orten zusammen "gesammelt" werden, da es keine geeignete Lagerfläche gibt. Dass es dennoch klappt ist dem Organisationstalent und Engagement der Akteure zu verdanken. Ausstellungsräume fehlen gänzlich bzw. sind nur in der Bücherei möglich; aber auch hier nur eingeschränkt. Und der Speakers-Corner begeistert seine Fans mit einem abwechslungsreichen Programm an Kleinkunst und Poetry-Slam. Das Highlight sind sicherlich die Open-Air-Konzerte am Badanger, der sich nun dieses Jahr mit "Seiler und Speer" aus Österreich definitiv als feste Größe am Veranstaltungshimmel etabliert haben sollte.


Was also braucht man in Mering noch?

Das erste was auffällt: Ein durchgehendes Programmheft (online und gedruckt) für alle kulturelle große und kleine Events existiert nicht. Eine Übersicht mit inhaltlicher Beschreibung der Veranstaltungen wäre aber wichtig; nicht nur aber gerade für Zugezogene, welche die Örtlichkeiten und Verantwortlichen erst kennenlernen müssen. Es gibt zwar einen Veranstaltungskalender, dieser ist aber nur eine ganzjährige Übersicht und greift auch inhaltlich nichts auf. Ein Programmheft, dass z. B. halbjährlich erscheint, kann die Lücke schließen.


Kabarettisten, (Klein-)Künstler*innen und Talente sind immer auf der Suche nach Bühnen. Die Agenturen bedienen sich hier oftmals Internetportalen, bei denen mögliche Spielorte gelistet sind. Sofern das noch nicht geschehen, sollte sich Mering hier mit seinem Angebot präsentieren. Die zentrale Lage zwischen München und Augsburg ist ein Vorteil. Aber auch hier gilt: mindestens eine halbjährliche Planung ist zu leisten, um auch auswärtige Künstler*innen zu bekommen.


Wie sieht es mit Räumlichkeiten aus?

Hier wird es tatsächlich schwierig. In eigener Hand hat Mering zum einen die Mehrzweckhalle. Eng bestuhlt wäre Platz für 350 Personen, was durchaus für die Größe Merings ausreichend ist. Aber: Es ist eine Turnhalle und versprüht auch den Charme getragener Sportschuhe. Es gibt keine behindertengerechte Toilette, zudem sind die sanitären Einrichtungen olfaktorisch in einem sehr fragwürdigem Zustand. Zum anderen kann die 2009 gebaute Eduard-Ettensberger-Halle für größere Veranstaltungen -insbesondere im Sportbereich- gebucht werden. Toll gelöst ist die ausfahrbare Zuschauertribüne. Aber auch hier gilt: Es ist ein Turnhalle, was sich spätestens bei der Akustik bemerkbar macht.


Angebote an größerer Räumlichkeiten aus "fremder" Hand sind durchaus vorhanden: das evangelische Gemeindehaus, das neue Trachtenheim sowie das Vereinsheim im "Alten Wasserhaus" in St. Afra. Gerne genutzt wird wie schon beschrieben die Bücherei. Etwa für Lesungen, Ausstellungen und dem jährlichen Neubürgerempfang. Etwas gemütlicher wird es in der Meringerzeller Hütte. Manche Gastronomie besitzt zudem ein Nebenzimmer oder abgetrennten Raum, der sich auch für Feierlichkeiten nutzen lässt. In die Zukunft geblickt, wird noch ein neues Papst-Johannes-Haus hinzukommen.


Wie bekommen wir Kunstausstellungen (hin)?

Schon lange steht eine kleine Galerie ganz oben auf meiner Wunschliste. Wir haben Künstler*innen in der Region, die gerne ihre Werke präsentieren und idealerweise auch vor Ort verkaufen. Auch Künstler*innen über den Grenzen unseres schönen Bindestrich-Landkreises hinaus sind an Präsentationsmöglichkeiten interessiert. Bislang ist dies an fehlenden Räumlichkeiten und/oder fehlenden Haushaltsmitteln gescheitert. Mir stellt sich die Frage, ob denn immer gleich das ganz große Rad gedreht werden muss. Mering benötigt sicherlich kein zweites Buchheim-Museum. Gerade im Kleinen liegt häufig der Reiz an der Kunst. Zudem müssen sich die Meringer*innen sowie deren politische Vertreter auch fragen, was uns Kunst und Kultur wert sein will. Aus der Portokasse ist das nicht zu bezahlen; Unsummen verschlingt es aber auch nicht, wenn man gezielt mit Sinn und Verstand vorgeht.


Nur mal so als Idee: Es gibt unter den Gewerbeimmobilien Leerstände, die auf eine sinnvolle Nachnutzung warten. Wie wäre es, wenn Mering solche Leerstände als "Pop-Up-Galerien" nutzt? Temporär, mobil und immer wieder neu. Ein Kreis aus Kunstinteressierte könnte dies in Eigenregie mit Unterstützung der Kommune organisieren. Hier müssen natürlich auch die Immobilienbesitzer mitspielen.


Vielleicht kann man auch die Gewerbetreibenden und Einzelhändler mit einbinden und in deren Läden Kunst ausstellen (wie es z. B. schon mit den bunten Stühlen gemacht wurde). An Ideen mangelt es uns Meringer*innen sicherlich nicht. Nur machen muss man es wollen.


Ich freue mich auf Ihre Meinung dazu.

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